Dienstag, 21. Oktober 2014

Buchtipp: Make more Love [Rogner & Bernhard]



























[Foto: Rogner & Bernhard Verlag]

Ann-Marlene Henning hat so eine charmante Art, Sex zu erklären. Auch in ihrem neuen Buch Make more Love. Ein Aufklärungsbuch für Erwachsene, das die dänische Sexologin zusammen mit Anika von Keiser geschrieben hat. Dieses Mal geht es allerdings nicht um Sex in jungen Jahren wie in ihrem letzten Buch, sondern um Sex ab 40. Schwungvoll, unprätentios, witzig und nie langweilig geschrieben, präsentiert Henning aktuelle Forschungsergebnisse und gibt Tipps und manchmal gar Anleitungen zu besserem Sex. Schön sind die eingestreuten Fotoserien von echten (älteren) Paaren und zuweilen amüsante Infografiken. Mehr davon bitte!

Erschienen ist das Buch im Berliner Verlag Rogner & Bernhard:

Flexcover, Lesebändchen, mit zahlreichen Fotografien und Infografiken
352 Seiten
Euro 22,95
ISBN 978-3-95403-070-5
Erschienen Oktober 2014

www.rogner-bernhard.de

doch-noch.de

Sonntag, 19. Oktober 2014

New Hand Lab [Covilhã]






































[Fotos: C. Hoff]

Covilhã war einmal das Zentrum der portugiesischen Textilindustrie. Nun stehen die Webstühle still und die imposanten Fabriken leer. Und dabei ist es so atmosphärisch hier! Riesige Räume, in denen man noch der schweren Arbeit nachspüren kann. Alte Möbel, Hocker und Tische aus Holz. Halbblinde Fenster mit Blick auf den Hof und die schwindelerregende Fußgängerbrücke. Draußen, nachdem man den tosenden Fluss passiert hat, ein Schild: New Hand Lab. Architekten, Künstler, Modedesigner und andere Kreative tummeln ich hier. Es könnte in Berlin sein oder auch in London. Stattdessen eine Kleinstadt im Zentrum Portugals. In nur einem Jahr ist hier allerlei entstanden. Es wurde entrümpelt, geputzt, geweißelt, eingerichtet. Nun sitzen alle unter dem Wärmepilz am schön gedeckten Tisch. Es gibt Rotwein und portugiesisches Bauernessen mit Lamm, Reis und Bohnen. Ich bin in eine Mohair-Decke gekuschelt, die Francisco gewebt hat. Mit wunderschönen Farbverläufen. Nachher bestaune ich noch MEGs absurd-komische Figuren und Gesichter aus Pappmaché und Anas gehäkelte, zuckersüße Kuscheltiere. Und die Capes, Mäntel und Jacken, die Miguel entworfen hat. Ich möchte länger sitzen bleiben am alten Bollerofen und den Regen gegen die Fenster prasseln hören.

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Making of ... Burel [Portugal]





































[Fotos: C. Hoff]

Eine kurvige Straße inmitten dichten Waldes. Im strömenden Regen fahren wir abwärts. Ab und zu blitzen zwischen den Baumspitzen Dächer hervor. Dort unten liegt Manteigas, ein kleines Städtchen im Zentrum Portugals. Und auch das Fabrikgebäude sieht man. Hier wird wieder produziert: Burel, ein lodenähnlicher Stoff und andere Dinge aus Schafswolle. Von sechzehn Menschen, die schon früher hier arbeiteten. Alte Webstühle in einer riesigen Halle, man wähnt sich im 19. Jahrhundert. Doch sie funktionieren noch. Geschickte Hände produzieren warme Wolldecken, farbenfrohe Bezüge für Sofas und Stühle, Zeitungshalter, Fifties-Taschen und lustige Stofftiere. Mitten in der Einsamkeit. Ich kann mich nicht entscheiden. Welche Decke soll es sein? Das blau-weiße Exemplar, das so gut zum Sofa passt oder doch lieber die hellgraue Decke mit Karomuster und den rot-lila Einsprengseln? Am liebsten würde ich beide mitnehmen.

burelfactory.com

Nebel [Serra da Estrela]































[Fotos: C. Hoff]

Schottland? Schweden? Portugal! Auch hier scheint nicht immer die Sonne. Aber schön ist es trotzdem. Ein wenig mystisch fast. Nebel wabert über die Bergspitzen und die Tannen hindurch. Versprengt in den Hügeln Sommerhäuser aus Holz oder Stein, die im Oktober schon verbarrikadiert sind. Es ist kalt. Der Nieselregen zieht durch die wollige Jacke, es weht ein leichter Wind. Immerhin sind wir auf 1500 Metern Höhe, inmitten der Serra da Estrela im Zentrum Portugals. Schön kann man hier wandern, begegnet keiner Menschenseele. Zwischendurch ein kleines Picknick mit einem heißen Kaffee und Schokolade. Unterwegs eine Felswand aus Rosenquarz. Und dann entdecke ich auch noch einen Fliegenpilz! Inmitten von Wacholderbüschen, auf einer saftigen Wiese. Der Regen bringt wahre Pilzungetüme hervor. Ich fühle mich wie im Märchenwald. Mitten in Portugal.

www.visitcentro.com